"Auf der Suche nach Utopia” holt ein Rekordanzahl an Spitzenstücken nach Leuven

Mittwoch, 19. Oktober 2016 — Nach siebenjähriger Vorbereitung wird jetzt im M - Museum Leuven die Ausstellung Auf der Suche nach Utopia eröffnet. Noch nie zuvor wurden in Leuven so viele Meisterwerke zusammen ausgestellt. Es handelt sich dabei um eine erlesene Auswahl von Gemälden, Tapisserien, Skulpturen, Zeichnungen, wissenschaftlichen Instrumenten und Miniaturen. Sie alle erzählen die Geschichte der Menschen, die sich vor 500 Jahren fieberhaft auf die Suche nach Utopia bzw. einer besseren Welt begaben. Die Ausstellung ist auf drei starken Säulen aufgebaut: Sie zeigt eine exzellente Sammlung von Werken alter flämischer Meister, Spitzenwerke, die noch nie zuvor zusammen zu sehen waren, und eine große Vielfalt an Objekten.

 

500 Jahr Utopia

Leuven feiert das 500-jährige Jubiläum von Utopia. Das ikonische Buch des englischen Humanisten und Staatsmannes Thomas More wurde 1516 in der Universitätsstadt gedruckt. Dieses Jubiläum wird jetzt mit einem Stadtfestival und einer außergewöhnlichen Ausstellung im M – Museum gefeiert, die als Aushängeschild dient. Auf der Suche nach Utopia ist die aufsehenerregendste Ausstellung des Jahres 2016. Es werden dort eine Menge Werke gezeigt, die noch nie zuvor in Flandern zu sehen waren. Sie können dort sage und schreibe 80 Spitzenwerke aus Museen und Privatsammlungen aus der ganzen Welt bewundern, die zusammen die grenzenlosen Vorstellungen von einer idealen Welt zum Ausdruck bringen, die das 15. und 16. Jahrhundert prägten.

Spitzenwerke

Die meisten großen flämischen Meister aus dem späten 15. und dem frühen 16. Jahrhundert sind vertreten. Ein faszinierendes Spitzenstück ist das Bildnis eines Humanisten von Quinten Metsys aus dem Städel Museum in Frankfurt. Das Werk gilt als einer der Höhepunkte der flämischen Porträtmalerei. Aus der persönlichen Sammlung der englischen Königin Elisabeth II. stammt das weltberühmte Bildnis von Erasmus, das ebenfalls von Metsys gemalt wurde. Das wunderbare Bildnis einer jungen Prinzessin mit Armillarsphäre von Jan Gossaert aus der National Gallery in London erhält einen besonderen Platz in der Ausstellung und dient als Kampagnebild der Veranstaltung. Auch die drei Geschlossenen Gärten aus Mechelen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Ein achtköpfiges Spezialistenteam hat sie anlässlich der Ausstellung innerhalb von drei Jahren genauestens restauriert und konserviert. Die Besucher der Ausstellung Auf der Suche nach Utopia sind die ersten, die diese kleinen Kunstwerke in ihrem vollen, wiederhergestellten Glanz zu sehen bekommen.

Albrecht Dürer, der damals durch Flandern reiste, ist mit einem seiner schönsten Porträts – Der Humanist ­aus der Sammlung des Kupferstichkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin – vertreten. Sein bahnbrechender Kupferstich Der Sündenfall (1504), der defacto die Renaissance im Norden einläutete, kann in Form eines lupenreinen Abdrucks aus dem Reichskupferstichkabinett in Amsterdam bewundert werden.

Es kommen aber nicht nur Gemälde nach Leuven (zurück), auch die berühmten wissenschaftlichen Instrumente und einige prächtige Tapisserien aus Brüssel passen perfekt zum Thema Utopia. Leuven war im 16. Jahrhundert weltberühmt für die Herstellung wissenschaftlicher Instrumente. Jetzt werden zum ersten Mal zehn dieser Instrumente zusammen in einer Ausstellung gezeigt. Auf der Suche nach Utopia bietet den Besuchern auch die außergewöhnliche Gelegenheit, die berühmte Brüsseler Tapisserie mit dem Garten der Lüste nach Hieronymus Bosch zu bewundern, die uns vom Escorial in Madrid als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde. Außerdem kommen noch andere hervorragende Tapisserien nach fünf Jahrhunderten wieder nach Leuven.



Auf der Suche nach Utopia entführt die Besucher in die Vergangenheit und bringt Utopia zurück in die Gegenwart

Mores fiktive Insel Utopia liegt „nirgendwo”, weit hinter dem Horizont. Alles ist dort perfekt organisiert und jeder Bewohner ist glücklich. Aber die Insel bestand nur in Mores Fantasie. Die Sehnsucht nach einer idealen Welt hingegen war real. Die Hoffnung war ein starker Motor, der die Menschen dazu anregte, nach dem erhofften Glück zu streben und dabei das Risiko von Enttäuschungen und Fehlschlägen mit in Kauf zu nehmen.

Auch damit befasst sich die Ausstellung: Sie handelt von Menschen, die vom Paradies träumen, die sich von fernen Horizonten verführen lassen, die sich danach sehnen, das Universum und die Ewigkeit zu verstehen, und sich vor der Hölle fürchten. Mores Utopia analysiert nicht nur mit scharfen Worten die damalige von Neid und Gier geprägte Gesellschaft, sondern formuliert auch eine „utopische” Alternative, die sich „weit hinter dem Horizont” befindet. Niemand wird diese Insel je betreten, aber sie regt uns doch dazu an, die Suche danach nicht aufzugeben.

„Utopia“ ist mehr als nur der Titel eines Buches. Dort Wort wurde zu einem neuen Begriff und einem neuen literarischen und künstlerischen Genre. Utopia beinhaltet die Erkenntnis, dass man nach einem besseren Dasein auf dieser Erde streben kann. Das war schon vor 500 Jahren so und ist auch heute nicht anders.

Auf der Suche nach Utopia wird stark von der Flämischen Gemeinschaft unterstützt.

Der flämische Minister für Tourismus Ben Weyts investiert über Tourismus Flandern gut 770.000 Euro in die Ausstellung. Minister Weyts erklärt: „Die alten flämischen Meister sind zeitlose Ikonen, die ein breites Publikum ansprechen. Diese Ausstellung soll viele Besucher nach Leuven locken, von denen ein bedeutender Teil aus dem Ausland kommt. Alle diese Museumsgäste werden auch die Leuvener Gaststätten und Geschäfte besuchen und auf diese Weise großzügig die örtliche Wirtschaft sponsern.”

Die Ausstellung erhält auch Fördermittel vom flämischen Kultusminister Sven Gatz. Minister Gatz zufolge ist es „Leuven gelungen, eine einzigartige Ausstellung zu More und seinem Buch Utopia zu entwickeln, die wie ein Kronjuwel aus dem Londoner Tower Bestandteil eines herrlichen Stadtfestivals unter dem wohlklingenden Titel „The Future is More” ist. Leuven zeigt auf diese Weise, wie eine Zentrumstadt in Flandern mit Veranstaltungen, die eng mit der Geschichte, der Kultur, dem kulturellen Erbe und den Künsten verknüpft sind, ihren Auftrag als solche erfüllen kann. Leuven regt auf diese Weise bis weit über die Stadtgrenzen hinaus die Fantasie an.”

Mehr Utopia

Auch der zeitgenössische Kunstparcours Tracing the Future (30.09.2016 - 20.11.2016) und die Ausstellung Yto Barrada im M - Museum Leuven (30.09.2016 - 17.01.2017) finden im Rahmen des Stadtfestivals 500 Jahre Utopia statt.

Parallel zu der Ausstellung Auf der Suche nach Utopia wird im M –Museum Leuven auch die Architekturausstellung  EUtopia – Möglichkeit einer Insel (20.10.2016 - 17.01.2017) eröffnet.

Nur einen Steinwurf vom M – Museum Leuven entfernt wird in der Universitätsbibliothek gleichzeitig die Ausstellung Utopia & More. Thomas More, die Niederlande und die utopische Tradition (20.10.2016 - 17.01.2017) eröffnet, die Sie durch Utopia, das Leben und die Arbeit von Thomas More und die utopische literarische Tradition führt. Sie können dort Originalmanuskripte von Erasmus von Rotterdam und Thomas More, sowie alte Drucke und allerlei Kuriositäten entdecken.

Die Organisation von Auf der Suche nach Utopia 

Auf der Suche nach Utopia ist eine Ausstellung von KU[N]ST Leuven, der Arbeitsgemeinschaft der Stadt Leuven und der KU Leuven, dem Illuminare – Studienzentrum für die Kunst des Mittelalters und dem M - Museum Leuven. Die Ausstellung Auf der Suche nach Utopia erfüllt die Anforderungen der Stadt, der Universität und des M-Museums Leuven, mit prestigeträchtigen Ausstellungen ein internationales Publikum zu begeistern. Auf der Suche nach Utopia setzt diese Tradition fort und stärkt die internationale Ausstrahlung Leuvens als Universitätsstadt und des M als Museum.

Information

"Auf der Suche nach Utopia” . 20.10.16 >< 17.01.17 in M-Museum Leuven

Curator: Jan Van der Stock

Installation view 'In search of utopia'<br/>Photo (c) Dirk Pauwels
© Jan Gossaert, Bildnis eines Mädchens mit einer Armillarsphäre (Prinzessin Dorothea von Dänemark), um 1530. London, National Gallery.
Installation view 'In search of utopia'<br/>Photo (c) Dirk Pauwels
Installation view 'In search of utopia'<br/>Photo (c) Dirk Pauwels
Installation view 'In search of utopia'<br/>Photo (c) Dirk Pauwels
Installation view 'In search of utopia'<br/>Photo (c) Dirk Pauwels
© Brüsseler Meister nach Hieronymus Bosch, Garten der Lüste, Brüssel, vor 1560. Madrid, Patrimonio Nacional, Real Monasterio de San Lorenzo de El Escorial.
Installation view 'In search of utopia'<br/>Photo (c) Dirk Pauwels
Installation view 'In search of utopia'<br/>Photo (c) Dirk Pauwels
Installation view 'In search of utopia'<br/>Photo (c) Dirk Pauwels
Installation view 'In search of utopia'<br/>Photo (c) Dirk Pauwels
Installation view 'In search of utopia'<br/>Photo (c) Dirk Pauwels
Installation view 'In search of utopia'<br/>Photo (c) Dirk Pauwels
Installation view 'In search of utopia'<br/>Photo (c) Dirk Pauwels
© Quinten Metsys (Atelierkopie?), Bildnis des Stadtsekretärs Pieter Gillis, Antwerpen, nach 1517. Antwerpen, Königliches Museum der Schönen Künste.
© Pierre Desceliers, Weltkarte (Mappa Mundi), Dieppe, 1550. London, British Library.
© Simon Bening, Die Monate Januar, Marz, Mai, Juli, September und November. In: Das Hennessy-Stundenbuch, Gebräuche Roms, Brügge, um 1530–1535. Brüssel, Königliche Bibliothek Belgiens.
© Geschlossener Garten mit St. Anna Selbstdritt, Augustinus und Elisabeth, Mechelen, um 1520–1550.  Museen und kulturelles Erbe Mechelen – Sammlung Gasthuiszusters (Kik-irpa, Brüssel).
© Geschlossener Garten mit Kalvarienberg und Jagd auf das Einhorn, Mechelen, um 1500–1530. Museen und kulturelles Erbe Mechelen – Sammlung Gasthuiszusters (Kik-irpa, Brüssel).
© Geschlossener Garten mit Elisabeth, Ursula und Katharina, Mechelen, um 1520–1530. Museen und kulturelles Erbe Mechelen – Sammlung Gasthuiszusters (Kik-irpa, Brüssel).Musea en Erfgoed Mechelen – Collection des Gasthuiszusters (Kik-irpa, Brussel).
© Thomas More, Libellus vere aureus ... de optimo reip. statu, deq(ue) noua Insula Utopia (die erste Ausgabe von Utopia), Leuven, Dirk Martens, 1516. Brüssel, Königliche Bibliothek Belgiens.
© Conrat Meit, Adam und Eva, Mechelen oder Antwerpen, um 1530 – 1535. Wien, Kunsthistorisches Museum.
© Geschlossener Garten mit Kalvarienberg und Jagd auf das Einhorn, Mechelen, um 1500–1530. Museen und kulturelles Erbe Mechelen – Sammlung Gasthuiszusters (Kik-irpa, Brüssel).
© Gerard Mercator, Himmelsglobus Leuven, 1551. Lüneburg, Museum des Fürstentums Lüneburg.
© Follower of Jheronimus Bosch, Apocalyptic Vision, c. 1575–1600 (1595?). Venice, Palazzo Ducale.
© Albrecht Dürer, Der Sündenfall, Nürnberg, 1504. Amsterdam, Rijksmuseum, Reichskupferstichkabinett.
© Albrecht Dürer, Bildnis eines Humanisten (Sebastian Brant?), 1520/1521 (?). Berlin, Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett.
© Meister von Frankfurt, Utopisches Treffen der Antwerpener Schützengilden (das sogenannte Schützenfest), Antwerpen, 1493. Antwerpen, Königliches Museum der Schönen Künste (Lukas - Art in Flanders vzw).
© Henri met de Bles, Das irdische Paradies, um 1541–1550. Amsterdam, Rijksmuseum.
© Follower of Jheronimus Bosch, Christ’s Descent into Hell, c. 1525–1550. New York, The Metropolitan Museum of Art (Harris Brisbane Dick Fund).
© Kopie nach Hans Holbein dem Jüngeren, Bildnis von Thomas More, nach 1527. London, National Portrait Gallery.
© Karte von Brasilien In: Atlas de Dauphin, Dieppe, um 1538. Den Haag, Königliche Bibliothek, National Library of the Netherlands.
© Die sogenannte „Landung von Vasco da Gama in Indien”, Doornik, Anfang 16. Jahrhundert. Lissabon, Caixa General de Dépositos. Als Leihgabe im Museu Nacional de Arte Antiga, Lissabon.
© Pierre de Fobis, Mechanische Sphäre, Lyon, um 1540–1550. Privatsammlung.
© Quinten Metsys, Bildnis eines Gelehrten, um 1522/1527. Frankfurt am Main, Städel Museum.
© Quinten Metsys, Bildnis von Desiderius Erasmus, Antwerpen, 1517. Royal Collection Trust, Her Majesty Queen Elizabeth II.
© Gualterus Arsenius, Ptolemäische Armillarsphäre, Leuven, 1573. München, Bayerisches Nationalmuseum.
© Meister der Gebetbücher aus der Zeit um 1500, Der Liebhaber betritt den Garten der Lüste, In: Guillaume de Lorris und Jean de Meung, Le Roman de la Rose, Brügge, um 1490–1500. London, The British Library.
Installation view 'EUtopia' at M-Museum Leuven<br/>Photo: Filip Dujardin
Installation view 'EUtopia' at M-Museum Leuven<br/>Photo: Filip Dujardin
Installation view 'EUtopia' at M-Museum Leuven<br/>Photo: Filip Dujardin
Installation view 'EUtopia' at M-Museum Leuven<br/>Photo: Filip Dujardin
Installation view 'EUtopia' at M-Museum Leuven<br/>Photo: Filip Dujardin

Kontakt

Veerle Ausloos

Presse et Communication

M - Museum Leuven

Hanna Van Zutphen

Presse et Communication

Kunst Leuven

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